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Interview: Gute Beratung! Supervision und Coaching im Beruf.

O-Töne Paul Fortmeier, Geschäftsführer Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching e.V.

Manuskript zum Interview

| Anmoderationsvorschlag: |

Krisen- und Konfliktmanagement, die Frage nach Entwicklungsmöglichkeiten oder einfach nur der Wunsch nach einem unabhängigen Feedback – es gibt mehrere Gründe, warum viele im Berufsleben auf ein begleitendes Coaching setzen. Doch der Coachingmarkt ist unübersichtlich und die Berufsbezeichnung rechtlich nicht geschützt. Daher gilt: Augen auf bei der Coachauswahl. Aber was macht einen guten Coach aus? Ich spreche dazu mit dem Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Supervision und Coaching Paul Fortmeier:

 

|Begrüßung Moderator/in:|
Guten Tag Herr Fortmeier, ich grüße Sie.

|Begrüßung Paul Fortmeier, Geschäftsführer DGSv:| 0:02“
Hallo, ich grüße Sie!

1. Frage: Herr Fortmeier, zuerst einmal: Was ist der Unterschied zwischen Supervision und Coaching?     0:40“
Supervision unterstützt vor allem in Berufen, in denen dauerhaft professionelle Beziehungsarbeit zwingend notwendig ist. Dies gilt insbesondere für die Medizin, die Psychotherapie, die Sozialarbeit oder auch die pädagogischen Aufgabengebiete. Supervision unterstützt sowohl dabei entstehende akute Krisen in der Beziehungsarbeit zu bewältigen, als auch dauerhaft angemessene Beziehungsarbeit überhaupt leisten zu können. Coaching hingegen bietet Unterstützung bei der Vorbereitung auf spezifische berufliche Herausforderungen. Das kann zum Beispiel das Einfinden in eine neue Rolle wie etwa eine Führungsposition, die Klärung von Konflikten oder auch das Ausloten und Prüfen von Karrieremöglichkeiten sein.

2. Frage: Was können Supervision und Coaching im beruflichen Kontext leisten?                                      0:22“
Supervision und Coaching unterstützen im beruflichen Kontext, wenn hier ein Bedarf an Beratung besteht, über spezifische Wege und Lösungen nachzudenken. Beide Beratungsformen bieten Reflexion. Das bedeutet, sie verbessern nicht selbst etwas, sondern sie bieten den Menschen, die in ihren Kontexten etwas verbessern oder verändern wollen Denkräume an, damit sie sich auf ihre Kräfte konzentrieren und sie entsprechend einsetzen können.

3. Frage: Welches Beispiel können Sie uns geben, bei der Betrachtung, was Supervision und Coaching im beruflichen Kontext leisten kann?                                                                                                                                 0:26“
Ein Beispiel: Die Führungskraft, die neu in der entsprechenden Position ist und selbst noch in einigen Fragen unsicher. Diese Person kann jedoch die eigenen Unsicherheiten schwerlich mit ihren Mitarbeitern besprechen und für die bietet es sich vielmehr an, sich einen Berater als unabhängigen Sparringspartner zu suchen. Oder ein Coach begleitet seinen Kunden, den sogenannten Coachee, bei Veränderungsprozessen oder auch bei Umstrukturierungen.

4. Frage: Wird es in Zukunft eine Verlagerung zum Online-Coaching geben?                                               0:39“
Auch in unserer Branche geht digital viel mehr, als bisher gedacht. Der Einsatz digitaler Kollaborationstools, wie Video- oder Voicechats oder Screensharing, wird immer selbstverständlicher. Doch stößt der Einsatz dieser digitalen Tools sicher auch an seine Grenzen. So stellt sich schon die Frage, ob sich eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Coach und Coachee ausschließlich über einen Computerbildschirm aufbauen lässt. Auch sind Videochats, vor allem in Gruppensituationen, nicht optimal. Selbst wenn Bild und Ton in guter Qualität rüberkommen, ist die ganzheitliche Wahrnehmung einer Situation oder auch der beteiligten Personen eingeschränkt. Da gilt es einfach auszuprobieren, um zu schauen, was geht und was nicht geht.

5. Frage: Was macht einen guten Coach oder Supervisor aus?                                                                        0:39“
Bei der Frage, was einen guten Coach oder Supervisor ausmacht ist zuerst einmal eine entsprechende berufliche Qualifizierung zu nennen. Und dann muss für die Entwicklung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit der Auftrag geklärt sein und die Chemie zwischen den Beteiligten muss stimmen. Das ist natürlich schließlich eine ganz individuelle Frage, die jeder für sich selbst entscheiden muss. Ganz generell ist ein seriöser Berater oder Beraterin daran zu erkennen, dass er oder sie keine Ratschläge erteilt, wie der Kunde etwas angehen oder verbessern soll, sondern hilft dabei herauszufinden, was geändert oder verbessert werden kann. Wie diese Erkenntnisse dann umgesetzt werden, das entscheidet jeder Einzelne natürlich selbst.

6. Frage: Woran ist ein seriöser Coach oder Supervisor zu erkennen?                                                              0:35“
Es gibt schätzungsweise rund 14.000 Coaches und Supervisoren in Deutschland, das ist eine ganze Menge. Wir empfehlen daher bei einer Suche nach einem seriösen Berater oder Beraterin über einen Berufsverband zu gehen, zum Beispiel über die Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching, kurz DGSv. Unsere Mitglieder verfügen nämlich über eine umfangreiche Expertise und ihre Arbeitsgrundlage sind verbindliche Qualifizierungsstandards und Ethikrichtlinien. Für uns als Verband ist das wichtig, denn die Berufsbezeichnungen Coach und Supervisor sind rechtlich nicht geschützt und somit kann sich jeder als entsprechenden Experten bezeichnen.

7. Frage: Wie und wo ist ein guter Coach oder Supervisor zu finden?                                                               0:38“
Bei der Suche nach einem guten Coach oder Supervisor fragen viele erst einmal ihre Freunde, Bekannte oder auch Kollegen nach ihren persönlichen Empfehlungen. Unternehmen selbst verfügen bereits häufig über einen Beraterpool externer Experten, die sie im Bedarfsfall ansprechen. Die Webrecherche steht natürlich auch ganz weit oben. Hier ist es jedoch nicht leicht, die seriösen von den unseriösen Angeboten zu unterscheiden. Wir empfehlen darum in unserer Online-Datenbank unter dgsv.de zu suchen. In diesem Beraterscout findet man schon nach wenigen Filtereinstellungen ausgebildete Coaches und Supervisoren, inklusive aller Angaben zu Vita, Qualifikation und ihren Arbeitsschwerpunkten.

8. Frage: Wodurch zeichnet sich die Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching aus?                         0:43“
Die DGSv, also die Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching, ist ein Fach- und Berufsverband. Wir setzen uns seit unserer Gründung 1989 für die Qualität von Supervision und seit nunmehr auch 20 Jahren für die Qualität von Coaching ein. Wir fördern Konzeptentwicklung, Forschung und Praxis, um die Standards in diesen Bereichen kontinuierlich zu verbessern. Auch vertreten wir die fachlichen und berufspolitischen Interessen unserer Mitglieder. Mit insgesamt 4250 Coaches und Supervisoren verfügen wir über die größte Auswahl an qualifizierten Beratern und Beraterinnen im deutschsprachigen Raum. Besonders viel Wert legen wir zudem auf die Aus- und Weiterbildung und weisen von uns zertifizierte und anerkannte Fortbildungen und Studiengänge aus

|Verabschiedung Moderator/in:|


Frau Bruhns, haben Sie vielen Dank für das Gespräch.

|Verabschiedung Paul Fortmeier, Geschäftsführer DGSv:| 0:01“
Sehr gerne, vielen Dank!